Der Ansatz holzbasierte Materialien im Messestandbau einzusetzen ist a priori nicht innovativ, was eine Google Recherche zu diesem Stichwort zeigt. Eine Vielzahl von individuellen Einzellösungen zeugt von der Vielseitigkeit des Materials und der Kreativität von Planern und Standbauern. Bei den Tragkonstruktionen der Stände, bei Pfosten und Trägern für Wände und Decken überwiegen allerdings deutlich die Aluminiumbauteile und standardisierte Systeme auf Holzbasis gibt es

kaum. Dieser zentrale Markt wird eindeutig von industriell hergestellten und professionell vermarkteten Alu-Systemen beherrscht. Dabei haben sich

einige dominierende Marktführer wie „Oktanorm“ etc. etabliert, die durch ständige Weiterentwicklung der Systeme und durch Massenproduktion das Preis-/ Leistungsverhältnis der Alusysteme konstant optimiert haben. Individuelle holzbasierte Lösungen sind immer Nullserien mit geringen Stückzahlen und oft nicht rationalisierten Fertigungsprozessen und tun sich naturgemäß schwer auf der Kostenebene mit den Alusystemen zu konkurrieren. Dazu kommt, dass mit den hochentwickelten Alusystemen biegesteife Rahmenecken ausgebildet werden können, die es erlauben schlanke Stützen-/ Trägersysteme auszubilden, die gleichzeitig Horizontalbelastungen aufnehmen können. Die häufig verwendeten eingehängten, oft vorgespannten biegeweichen Wandmembranen tragen nicht zur Aussteifung der Stände bei, sodass an die biegesteifen Rahmenecken hohe statische Anforderungen gestellt werden, die von reinen Holzverbindungen kaum erfüllt werden können. Hier sind Hybridlösungen angezeigt, die z.B. durch den Einsatz von

intelligenten evtl. metallischen „Beschlägen“ eine höhere statische Leistungsfähigkeit erreichen können als reine Holzverbindungen. Um die Ökobilanz des Gesamtsystems nicht zu stark durch die Herstellung der metallischen Teile zu belasten, sollten nur geringe Mengen der energieaufwendigen Sonderteile eingesetzt werden ( z.B. möglichst dünne Blechteile).

Verglichen mit dem sehr lückenhaften Datenmaterial, das für die Ökobewertung von Holz und Holzwerkstoffen zur Verfügung und den nicht immer schlüssigen Allokationsmethoden (wie wird der Energiegewinn beim Verbrennen von Holz bewertet etc. ?) haben die Aluminiumsystemanbieter die Methodik der Ökobewertung der a priori sehr energieaufwendigen und CO2 emittierenden Herstellung und Verarbeitung von Aluminium konstant begleitet und mit sorgfältig dokumentierten Daten unterstützt.